Fenster Preise 2018 im Überblick

Hier kommen wir zum sicherlich interessantesten Punkt für viele Fensterkäufer: was kosten neue Fenster eigentlich? Und wenn ich meine alten Fenster tausche – wann rechnet sich das, wenn überhaupt? Eine pauschale Antwort kann man guten Gewissens nicht geben. Dafür ist der Markt zu intransparent und es gibt nur wenige (kostenfreie) Studien über diesen Bereich. Trotzdem kann man einige Angaben über Fenster Preise machen, mit denen Sie zumindest Richtwerte in der Hand haben.

Eine sehr gute Quelle für Fenster Preise ist die Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ vom Verband Fenster + Fassade und dem Bundesverband Flachglas (nachzulesen hier). Dort finden sich Durchschnittspreise für Fenster der Maße 1,3*1,3 Meter verschiedener Fenstermaterialien mit Dreifachverglasung (U-Wert zwischen 0,8 bis 1,1), einem g-Wert von 62% sowie Mehrwertsteuer und Montage inbegriffen. Dort kommt man zu folgenden Schlüssen:

Preise für Fassadenfenster

FenstermaterialFenster Preise 2014Fenster Preise 2018
Kunststoff465 €479 €
Holz608 €638 €
Holz-Aluminium759 €789 €
Aluminium926 €926 €

Andere, aber durchaus ähnliche Vergleichswerte finden sich im „Energieatlas“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Dort finden sich ähnliche Zahlen unter Zugrundlegung derselben Grundvoraussetzungen:

FenstermaterialFenster PreiseMontageMehrwertsteuerFenster Preise insgesamt
Kunststoff30012079,80499,80
Holz35012089,30559,30
Holz - Alu450120108,30678,30
Aluminium540120125,40785,40

(Preise für Dachfenster und Preise für Kellerfenster sind in Arbeit und erscheinen bald)
Nimmt man die Fenster Preise aus der ersten Tabelle, kommt man schnell auf erkleckliche Zahlen. Bei einem Fenstertausch von beispielsweise zehn alten Fenstern käme man bei Holzfenster schon auf Beträge von rund 6080 Euro, während es bei 20 Fenstern schon über 12.000 Euro wären. Dazu kämen eventuell noch die Kosten für die Demontage der alten Fenster hinzu. Außerdem muss angemerkt werden, dass sich die Preise auf Fenster der Maße 1,3*1,3 Meter beziehen – viele Fenster weisen deutlich größere Abmessungen auf. Mit dementsprechend höheren Anschaffungskosten. Angesichts dieser Fenster Preise stellt sich die Frage: rechnet sich das? Es kommt darauf an!

Zur Wirtschaftlichkeit neuer Fenster

Auch hier ist die weiter oben verlinkte Studie sehr hilfreich. Dort findet sich eine weitere Tabelle, die wir aber der Übersichtlichkeit halber lieber zusammenfassen. Dort werden Angaben in „Kosten pro eingesparter Kilowattstunde“ angegeben und eine Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit abgegeben. Die Ergebnisse lassen sich, unabhängig vom Rahmenmaterial, so zusammenfassen: besitzt man alte Fenster mit Einfachverglasung, lohnt sich ein Austausch auf jeden Fall. In der Vollkostenbetrachtung wird angegeben, dass die Kosten pro eingesparter Kilowattstunde je nach Material zwischen 0,034 und 0,068 pendeln. Das ist in den meisten Fällen deutlich niedriger als die gegenwärtigen Energiebezugspreise. Auch beim Verbund- oder Kastenfenster sowie dem unbeschichteten Isolierglas steht man dem Fenstertausch positiv gegenüber, wenngleich die Kosten pro eingesparter Kilowattstunde Wärme sich hier schon im Bereich zwischen 0,08 und 0,11 Euro pro kWh bewegen. Wenn die Energiekosten weiter steigen – und das ist nicht allzu unwahrscheinlich – sollte man auch bei Verbund-/Kastenfenstern oder unbeschichtetem Isolierglas von Wirtschaftlichkeit ausgehen. Bei Doppelverglasung ist ein Tausch ohne besonderen Anlass eher nicht wirtschaftlich – außer, es kommen noch andere Faktoren hinzu.

Obige Berechnungen beruhen auf einem Fenstertausch ohne konkreten Anlass. Anders sieht die Sache aus, wenn man im Rahmen einer sogenannten „Ohnehin-Maßnahme“ die Fenster auswechselt. Als „Ohnehin-Maßnahme“ bezeichnet man hier einen Tausch, der „funktional bedingt“ ist. Man tauscht also ein oder mehrere Fenster, die zum Beispiel kaputt sind und ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Auch hier hat man einmal geprüft, wie hoch die Kosten pro eingesparter kWh ausfallen. Man ging in diesem Fall davon aus, dass Fenster bestehen, welche die Mindestanforderungen der EnEV erfüllen (hier: Doppelverglaste Fenster mit einem U-Wert von 1,3 W/m2K). In diesem Fall lägen die Kosten / kWh bei 0,054 bis 0,059 bei durchschnittlichen Bezugspreisen von 0,070 € / kWh.

Preise für die Fenstermontage aufgeschlüsselt

Die Montagekosten sind im obigen Absatz pauschal mit ungefähr 120 Euro pro Fenster angegeben, um einen leichten Überblick zu verschaffen. Genauer aufgeschlüsselt stellen sich die Preise im Durchschnitt wie folgt dar – häufig geben Firmen die Fenster Preise nach Quadratmetern an. Andere Fachbetriebe bevorzugen Festpreise pro Fenster.

Montagearbeiten Montagekosten Kommentar
Arbeitsstunde 40 bis 60 Euro circa 1-4 Stunden pro Fenster
Nach laufendem Meter 15 bis 25 Euro pro lfm Pro Fenster (4 lfm) ab 60 bis 120 Euro
Abbau alter Fenster 15 bis 30 Euro m2
Entsorgung alter Fenster 15 bis 20 Euro m2 bzw. circa 120 – 150 Euro pro Tonne Gewicht Containermiete um 80 Euro
Anfahrt stellenweise ab 50 Kilometer Individuell ~ 60 Euro pro Anfahrt, über 50km oft Aufschlag
Zusatzelemente 15 bis 50 Euro pro Fenster Fensterbänke, Insektenschutz, Rolladenkasten, etc.

Führt eine Fachfirma die Fenstermontage durch, können Sie Einbaukosten steuerlich absetzen. Die Arbeitskosten der Handwerker können bis maximal 6.000 Euro zu 20% von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden – allerdings nur, wenn keine KfW-Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Fördergelder für neue Fenster

Der bekannteste Geldgeber in Sachen Fensterförderung ist die KfW. Sie vergibt über über das Programm „Energieeffizient Sanieren“ Fördermittel für den Fenstertausch – entweder als Zuschuss (Programm 430) oder als Darlehen mit Tilgungszuschüssen (Programm 151/152). Die höchsten Zuschüsse erlangt man, indem man infolge der Sanierungsarbeiten den Standard eines KfW-Effizienzhauses erreicht. Das ist mit einem reinen Fenstertausch eher unwahrscheinlich und ergibt sich zumeist aus einer Kombination verschiedener Gewerke einer energetischen Sanierung (Fenstertausch inklusive neuen Heizsystems oder einer Fassadendämmung). Der Zuschuss kann sich jedoch auch bezahlt machen, wenn man nicht den Effizienzhausstandard erreicht: selbst in diesem Fall wird der Fenstertausch bei hinreichender Qualität mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst:

KfW EffizienzhausFenster Förderung
Einzelmaßnahme10 % der Kosten, max. 5.000 € pro Wohneinheit
Denkmal10 % der Kosten, max. 7.500 pro Wohneinheit
Effizienzhaus 11510 % der Kosten, max. 7.500 € pro Wohneinheit
Effizienzhaus 10012,5 % der Kosten, max. 9.375 € pro Wohneinheit
Effizienzhaus 8515 % der Kosten, max. 11.250 € pro Wohneinheit
Effizienzhaus 7020 % der Kosten, max. 15.000 € pro Wohneinheit
Effizienzhaus 5525 % der Kosten, max. 18.750 Euro pro Wohneinheit

Programm 151 ist eine interessante Alternative zum obigen Zuschussprogramm. In diesem Fall handelt es sich zwar um einen Kredit, allerdings sind die Beträge höher als die Zuschüsse aus dem Programm 430. Während sich letztere in einem Rahmen von 5.000 bis 18.375 Euro bewegten, sind die Gelder aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ deutlich höher: 50.000 bis 75.000 Euro pro Wohneinheit sind erhältlich. Bis zu 75.000 Euro gibt es, wenn KfW Effizienzhausstandard erreicht wird. Dann ist zusätzlich ein Tilgungszuschuss von 2,5 bis 17,5 % möglich, abhängig vom erreichten energetischen Standard. Bei einer Einzelmaßnahme, die diesen Standard nicht erreicht, erhält der Bauherr bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit.

Eine einfache Faustregel zur Ermittlung von Einsparungen lautet: eine Reduktion des U-Wertes um 0,1 reduziert den Energieverbrauch um ungefähr 1,2 Liter Heizöl (11,8 kWh). Wie immer gilt: ohne eine Begutachtung durch einen Fachmann vor Ort lassen sich keine wirklich belastbaren Angaben machen. Hierzu kontaktieren Sie am besten einen Fachbetrieb für Fenster. Sie informieren gerne über Fenster Preise und erstellen Ihnen Kostenvoranschläge und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.

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