Sonnenschutzglas schützt vor Hitze und schlechtem Raumklima

Fenster mit heruntergezogenen Rolläden

So kann man sich auch vor zuviel Sonne schützen. Mit Sonnenschutzglas behält man aber den klaren Blick nach draußen, © Pascal Paoli - Fotolia.com

Neue Fenster müssen heute einer Vielfalt von Anforderungen genügen: sie müssen ebenso dicht wie widerstandsfähig sein, sollen so weit machbar vor unbefugtem Eindringen schützen und gleichzeitig im Winter keine Wärme entweichen lassen. Aber durch Fenster gewinnt man durch die Sonnenstrahlen auch Energie. Im Sommer ist der Wärmeeintrag durch das Sonnenlicht gelegentlich jedoch ein wenig zuviel des Guten. Es wird zu heiß und das Raumklima leidet. Im Winter soll das Fenster also keine Wärme herauslassen, im Sommer soll es aber nicht zu viel davon hineinlassen.

Sonnenschutzglas ist eine besondere Verglasung, die bei diesem Problem Abhilfe schafft. Spezielle Beschichtungen und Einfärbungen sorgen dafür, dass ein Anteil der Energie aus der Sonneneinstrahlung gar nicht erst in die Räumlichkeiten gelangt. Diese Sonnenschutzverglasung arbeitet generell nach zwei grundlegenden Prinzipien: Absorption und Reflexion. Bei der Reflexion wirft das Sonnenschutzglas das Licht teilweise wieder zurück. So heizt sich der Raum hinter der Verglasung nicht so stark auf. Gefärbte Sonnenschutzverglasung absorbiert die Energie erst und gibt sie dann wieder nach außen ab.

Sonnenschutzglas hat gegenüber Elementen wie Jalousien den Vorteil, dass sie nicht gleichzeitig das einfallende Licht reduzieren oder die Sicht direkt blockieren. Natürlich kann man auch einen Blendschutz in die Verglasung einbinden.

Technische Kennwerte für Sonnenschutzglas

Wirkprinzip von Sonnenschutzglas

© Foto: Interpane

  • Der Hauptkennwert für Sonnenschutzverglasung ist der g-Wert. g-Wert steht für "Gesamtenergiedurchlassgrad". Er summiert, wie viel Energie ein Bauteil nach Innen passiert. Er wird entweder in Prozent oder in einem Raum zwischen 0 und 1 angegeben. Ein g-Wert von 80% oder 0,8 würde bedeuten, dass achtzig Prozent der anfallenden Energie durch die Verglasung in das Haus gelangen. Alte Einfachverglasung hat ungefähr einen g-Wert von 0,90, während Zweischeibenverglasung je nach Ausführung zwischen 0,7 und 0,6 lag und moderne Dreifachverglasung sich zwischen 0,5 und 0,6 bewegt. Ein niedriger g-Wert bedeutet übrigens nicht zwangsläufig, dass es auch um einen entsprechenden Anteil dunkler im Raum wird. Dies drückt die Lichtdurchlässigkeit aus.
  • Die Lichtdurchlässigkeit TL beschreibt, wie viel sichtbares Licht durch die Verglasung scheint. Diese ist bei Sonnenschutzglas allerdings in der Tat geringer als bei herkömmlicher Verglasung, allerdings nicht in dem Maße, wie man bei Ansehen der g-Werte meinen könnte. Werte zwischen 50 bis 70% sind üblich, während nicht-Sonnenschutzverglasung eher um die 80% liegt.
  • Die Selektivität S gibt das Verhältnis zwischen Gesamtenergiedurchlassgrad und Lichtdurchlässigkeit an: S=TL/g. Bei Sonnenschutzglas ist eine hohe Lichtdurchlässigkeit bei möglichst niedrigem g-Wert gewünscht. Eine hohe S-Zahl ist dann besser. Derzeit erreicht man Werte von bis zu 2.
  • Und nicht zuletzt entscheidet der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) darüber, ob sich ein Sonnenschutzglas rechnet. Er sagt, wie viel Energie (in Kelvin pro Watt und Quadratmeter / W/(m²K)) bei einem Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt. Die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 fordert bei einem neuen Fenster einen U-Wert von 1,3 W/(m²K) oder besser (also niedriger).
Fachbetriebe für Fenster helfen Ihnen gerne bei der Auswahl von Sonnenschutzglas und dessen Einbau.