Fenster mit Einfachverglasung sind charmant, aber verschwenden Energie

Eisblume auf Zweischeiben-Isolierglas, Innenseite, von  Lewenstein, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Eisblume, hier auf Zweischeiben-Isolierglas, von Lewenstein, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Die meisten Menschen dürften Eisblumen an den Fensterscheiben an kalten Wintertagen noch kennen. Was einerseits eine schöne Kindheitserinnerung darstellt, ist andererseits leider eines der Hauptprobleme von einem Fenster mit Einfachverglasung: die Energieeffizienz lässt sehr zu wünschen übrig. Dass sich an der Scheibe Eiskristalle bilden konnten, ist nur eines der Symptome der mangelnden Heizkosten- und Umweltfreundlichkeit dieser Fensterverglasung.

Nicht ohne Grund rangierte der Gesetzgeber Fenster mit Einfachverglasung deshalb im Zuge der ersten Wärmeschutzverordnung 1978 zugunsten der neueren Isolierglasfenster mit Doppelverglasung aus. Abgesehen von denkmalgeschützten Häusern findet man deshalb - und da auch Eigenschaften wie Schall- oder Einbruchschutz nach heutigen Maßstäben eher schlecht sind - nur noch wenige dieser Fenster.

Wobei "wenige" ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn nach Branchenprognosen sind noch immer rund 21 Millionen dieser Fenstereinheiten an Fensterrahmen in Deutschland befestigt. Der Gesamtbestand an Fenstereinheiten soll übrigens bei circa 595 Millionen liegen.

Die ähnlich alten Verbund- oder Kastenfenster besitzen zwar zwei Scheiben und deutlich bessere energetische Eigenschaften, dort liegt allerdings kein Luftabschluss vor, wie es beim Mehrscheiben-Isolierglas mit zwei oder drei Fensterscheiben (siehe: Dreifachverglasung) inzwischen längst üblich ist. Trotzdem können Sie mit den ersten Fenstern mit Doppelverglasung durchaus konkurrieren.

 
 

Ein Austausch von Einfachverglasung macht sich recht schnell bezahlt

Fenster mit Einfachverglasung sind also knapp gesagt zwar sehr charmant und ursprünglich, leider verschleudern sie wertvolle Energie. Der U-Wert zeigt, wie schlecht Fenster mit nur einer Scheibe die Wärme im Haus halten. Diese Fenster haben Uw-Werte im Durchschnitt von 5 - 6 W/m2K, während Fenster mit Doppelverglasung oder Dreifachverglasung bereits im Bereich der 1 W/m2K liegen. Was sagt uns das? Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat beispielsweise ermittelt, dass ein Fenster mit Einfachverglasung pro Quadratmeter Fensterfläche 43 Liter Heizöl an Wärme verliert. Bei einem frühen Fenster mit Doppelverglasung sinkt dieser Wert auf 22 Liter pro Quadratmeter und erreicht bei einem aktuellen Fenster mit Dreifachverglasung 6 Liter Heizöl. Übrigens sollten Sie beim Tausch der Verglasung den Fensterrahmen nicht übersehen, denn auch er hat großen Einfluss auf Energieeffizienz, Schallschutz und viele weitere Eigenschaften des Fensters.

Während die Frage der Wirtschaftlichkeit des Fenstertausches bei Vorliegen von doppelt verglasten Fenstern oft schwierig zu beantworten ist - dort tendiert man eher dazu, im Rahmen von ohnehin anfallenden Reparaturen oder ähnlichen zu einer Aufrüstung zu raten - lohnt sich ein Tausch von Fenstern mit nur einer Scheibe praktisch immer. Wenn Sie einmal gegenrechnen möchten, finden Sie in unserem Artikel zu Fensterpreisen weitere Angaben. Oder Sie werfen einen Blick auf unseren bewährten Fensterrechner.

Falls ein Austausch der Einfachverglasung (noch) kein Thema ist, können Sie die Heizkosten mit einigen Hilfsmaßnahmen behelfsmäßig ein wenig senken. Ein Mittel sind Vorsatzscheiben, die den Ug-Wert (U-Wert der Verglasung) um ein Drittel senken können. Statt einer Vorsatzscheibe können Sie auch spezielle Fensterfolien erwerben. Eine Alternative wäre auch ein Austausch der Verglasung. Allerdings verändert dies nicht die Eigenschaften des Rahmens. Eine weitere sinnvolle Methode ist es, die Fugendichtigkeit der Fenster sicherzustellen. Dafür kann man Dichtungsbänder erwerben, die über einige Jahre hinweg gute Dienste leisten. Übrigens: ob Sie die Fenster austauschen oder vorerst zu kleineren Sanierungsmaßnahmen greifen - der Luftwechsel im Gebäude verändert sich dadurch. Bei alten Fenstern mit Einfachverglasung muss man auf sein Lüftungsverhalten nicht so stark Acht geben. Durch die Undichtigkeiten kam es immer zu einem gewissen Mindestluftaustausch zwischen Innen und Außen. Damit sich keine Feuchtigkeit an den kältesten Stellen oder Bauteilen eines Raumes niederschlägt, sollte man nach einer Fenstersanierung genau darauf achten, mehrmals am Tag eine ordentliche Stoßlüftung durchzuführen ( 5- 10 Minuten bei voll geöffneten Fenstern).

Wenn Sie fachmännische Unterstützung bei Austausch oder Sanierung alter Fenster mit Einfachverglasung benötigen, so finden Sie hier Fachbetriebe für Fensterbau aus Ihrer Region, die Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.